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Jenseits der Eindeutigkeit - Neue Impulse für die Prävention von Extremismus

Zwischen Schwarz und Weiß liegen die Grauzonen, in denen echte Prävention beginnt. Wir laden Sie ein, die gewohnten Pfade zu verlassen und gemeinsam mit uns philosophische Perspektiven auf Extremismus und Prävention zu werfen. Freuen Sie sich auf Keynotes, interaktive Workshops und einen inspirierenden philosophischen Spaziergang durch aktuelle Praxisprojekte.

Termin: Dienstag, 13.10.2026

Tagungsort: Evangelische Hochschule Bochum, Immanuel-Kant-Str. 18-20, 44803 Bochum

Anmeldefrist: 30.09.2026

Teilnahmebeitrag: kostenlos


Hier können Sie den Flyer mit allen Informationen als PDF herunterladen.

Programm

08.45 Ankommen mit Kaffee

09.30 Begrüßung

  • Grußwort Frau Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann, EvH Bochum
  • Grußwort Frau Christiane Voß, BMI 
  • Grußwort Herr Malte Bintz, MKJFGFI
  • Grußwort Frau Friederike Müller, IFAK e.V. 

10.00 Impulsvortrag Prof. Dr. Mirjam Schaub, HAW Hamburg

„Das Böse ist immer nur extrem, aber niemals radikal“ 

Versuch einer Neubestimmung von Radikalität, Fanatismus und Extremismus mit Hannah Arendt

11.15 Kaffeepause

11.45 Philosophischer Spaziergang durch die Poster-Galerie und die Kunstausstellung des Grünen Vogels e.V.

12.45 Mittagspause mit Buffet

13.45 Workshops 

Die vier parallelen Foren beleuchten philosophische und existenzielle Kernfragen zu Moral, Scham, Einsamkeit und professioneller Haltung für die Präventionspraxis.

15.15 Kaffeepause

15.30 Philosophischer Dialog mit Dr.in Amani Abuzahra und Alexander Gesing

16.15 Abschlussworte von Prof. Dr. Çinur Ghaderi, EvH Bochum und Dr. Vera Dittmar, IFAK e.V.

16.30 Ende der Veranstaltung


Workshops

Bei der Anmeldung werden Sie gebeten, sich für einen Workshop anzumelden. Für Ihre Entscheidung finden Sie im Folgenden die Workshop-Beschreibungen:


Workshop 1: "Schwarz, Weiß und tausend Grautöne – Moral und Gerechtigkeit in der Präventionsarbeit"

Radikale Weltbilder bieten verführerisch klare Antworten: Was ist gerecht? Wer trägt Schuld? Bei jungen Menschen auf der Suche nach Orientierung wird diese Eindeutigkeit zur Gefahr. Der Workshop rückt die eigenen Moral- und Gerechtigkeitsvorstellungen in den Blick. Mit Hannah Arendt steht die Frage im Raum, was es heißt, selbst zu urteilen, statt fertige Wahrheiten zu übernehmen. Rawls' „Schleier des Nichtwissens" dient als Perspektivwechsel, der starre Bilder aufbricht. Ziel ist keine Theorie, sondern eine Haltung: Mehrdeutigkeit aushalten als professionelle Stärke.

Referent*innen: Kaan Orhon, Mohammad Mustafa


Workshop 2: "Methode oder Fundament? Philosophie und ihre Rolle in der Radikalisierungsprävention"

Dieser Workshop wird mit interaktiven Elementen der Frage nachgehen, ob es reicht, philosophische Methoden im Kontext der Radikalisierungsprävention punktuell einzusetzen oder ob Soziale Arbeit gegenwärtig Philosophie als grundlegendes Fundament braucht. 

Im Mittelpunkt des gemeinsamen Diskurses stehen Erkenntnistheorie als Grundlage für Überzeugungsbildung, Ethik als lebendiger Aushandlungsprozess sowie Dialogphilosophie – im Sinne von Buber und Arendt – als Beziehungsmodell statt Interventionsstrategie. Kritisches Denken wird dabei nicht als Technik, sondern als professionelle Haltung diskutiert: Was trägt uns wirklich in der Präventionsarbeit – das Werkzeug oder der Blick dahinter?

Referent*innen: Nuray AteÅŸ-Ünal, Detlef Ullenboom


Workshop 3: "Menschenwürde und Scham im Kontext Extremismus"

Scham zeigt sich, sobald unsere Würde verletzt wird. Nach Immanuel Kant ist Würde dem Menschen angeboren und unverlierbar, doch sie kann Schaden nehmen, z.B. wenn ein Mensch zum bloßen Objekt degradiert wird. Diese Verletzung erzeugt Scham, die als eine der schmerzhaftesten Gefühle gilt. Wer diese Ohnmacht des Opferseins nicht erträgt, wählt oft die Rolle des Täters, um sich die verletzte Würde gewaltsam zurückzuholen. Radikalisierung wird so zum vermeintlichen Ausweg aus der Scham. Doch was folgt darauf? Wir laden Sie herzlich dazu ein, gemeinsam mit uns über diese Dynamik zu philosophieren. 

Referent*innen: Nina Jacobs, Susanne Wittmann


Workshop 4: "Die stille Gefahr: Einsamkeit in Radikalisierung, Distanzierung und Beratung"

Einsamkeit ist mehr als das Alleinsein – sie berührt grundlegende Fragen menschlicher Existenz: Was bedeutet Zugehörigkeit? Wann fühlen wir uns gesehen und verbunden? Der Workshop lädt dazu ein, Einsamkeit als individuelles Erleben und gesellschaftliches Phänomen zu reflektieren und ihre Bedeutung für Identitätsbildung, Gemeinschaft und Radikalisierungsprozesse zu diskutieren. Gemeinsam beleuchten wir, wie praxisnahe Ansätze in der Extremismusprävention zur Gestaltung von Beratung und zur Stärkung sozialer Verbundenheit aussehen können.

Referent*innen: Dr. Vera Dittmar, Anja Herrmann



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